Zu diesem Thema hatte der Raesfelder CDU-Gemeindeverband am Donnerstag, den 19. Januar 2006, eingeladen.
CDU-Gemeindeverbands-Vorsitzende Diana Brömmel und Harald Genge, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes AIW „Mehr als 99 % der Betriebe in Deutschland kommen aus Handwerk und Mittelstand! Sie erwirtschaften mehr als 43 % des Umsatzes und bieten 67 % der Beschäftigungsmöglichkeiten. 83 % aller Auszubildenden lernen in diesen Betrieben“, so die Raesfelder CDU-Vorsitzende Diana Brömmel zur Bedeutung des Mittelstandes. Gerade in der gegenwärtigen wirtschaftlich angespannten Situation sei die Beteiligung an Netzuwerken eine Notwendigkeit, um seine eigenen Kompetenzen und Ressourcen effektiv auszuschöpfen.
Das konnte Harald Genge, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes „Aktive Unternehmen im Westmünsterland e. V. (AIW)“, nur unterstreichen. Detailliert stellte der Dipl.-Ökonom die Angebote des AIW für die Region vor. (www.aiw.de)
Der Unternehmensverband wurde im Jahre 1978 als „Industrieverein Gronau e. V." gegründet und zählt heute 225 Mitglieder. Er versteht sich in erster Linie als ein Interessenverband, der zur Verbesserung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Struktur in der Region beiträgt. Mitglieder sind Unternehmen ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern aus dem industriellen Mittelstand und dem industriell orientiertem Handwerk, aus dem Großhandels- und Dienstleistungsbereich sowie Existenzgründungs-Unternehmen.
Organisiert ist der Verband in den Regionen Ahaus, Bocholt, Borken, Coesfeld und Gronau, er engagiert sich aber auch in der niederländischen Grenzregion. Finanziert wird der AIW durch Mitgliedsbeiträge, seine Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Stadtlohn. Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern untereinander sowie den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Organisationen wird durch eine Vielzahl von Arbeitskreisen und Gremien initiiert. Als Informationsplattform dienen auch Veranstaltungen wie der Unternehmer-Abendtreff, Regionaltreffen, Workshops, Infoveranstaltungen und Branchentreffen. Gesprächspartner des Unternehmensverbandes kommen aus Politik, Kommunen, Verwaltung, Kammern, Presse und Verbänden.
Die Mitgliedsunternehmen erhalten vielfältige Unterstützungsmaßnahmen. Fachbeauftragte des Verbandes für Energie, Export, Bankangelegenheiten, Organisationsentwicklung und Produktionstechnik
stehen den Mitgliedern für Fragen und Informationen zur Verfügung. Durch Einkaufsbündelung über Rahmenverträge ergeben sich zudem Kostenersparnisse, zum Beispiel im Strom- oder Telefonbereich.
Im zweiten Teil seines Vortrages stellte Harald Genge das unterschiedliche Angebot der zahlreichen, teils unter Beteiligung der AIW gegründeten, Netzwerke in der Region vor.
Das Netzwerk AMPEL widmet sich als eines der größten Netzwerke der Region dem „lebenslangen Lernen“.( www.netzwerk-ampel.de)
Das Netzwerk Frühindikatoren hilft ein Instrumentarium an Indikatoren zu nutzen, um Unternehmen zukunftsorientiert zu steuern und das Netzwerk „GO“ gilt als Gründungsnetzwerk im Kreis Borken. (www.go-kreis-borken.de)
Die Veranstaltungsreihe Ideenbahnhof in Ahaus und Stadtlohn bietet Unternehmern, Existenzgründern, Studenten und allen Interessierten Gelegenheit zum Erfahrungs- und Ideenaustausch. (www.aiw-ideenbahnhof.de)
Aus dem Arbeitskreis Kirche/Wirtschaft wurden die Projekte „Bürgerstiftung Westmünsterland“ und Notfall-Unternehmer-Hilfe entwickelt. Bei der Notfall-Unternehmer-Hilfe gibt ein ehrenamtliches Team aus psychologisch ausgebildeten Beratern, Seelsorgern, Unternehmensvertretern und Unternehmensberatern kostenlose Unterstützung bei fachlichen und persönlichen Problemen.
(www.buergerstiftung-westmuensterland.de)
(www.notfall-unternehmer-hilfe.de)
Gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen, war immer auch Ziel der Raesfelder Politik. Bürgermeister Udo Rößing sah in seinem anschließenden Vortrag eine wichtige Voraussetzung darin, dass sich Politik und Verwaltung selbst wirtschaftlich verhielten. Dies habe man in Raesfeld bewiesen.
Ein wirtschaftliches Klima ergäbe sich auch durch die freundliche und einladende Atmosphäre im Ort.
In Raesfeld seien viele Arbeitsplätze geschaffen worden, aber durch das starke Wachstum und viele Neubürger, die zu ihren oft sehr qualifizierten Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet pendeln würden, habe man ein negatives Pendlersaldo.
Intensive Wirtschaftsförderung sei auch durch die Ausweisung mehrerer Gewerbegebiete, die neuen Betrieben Ansiedlungsmöglichkeiten zu vernünftigen Preisen böten, betrieben worden.
Grundbedingung um das Arbeits- und Ausbildungsplatz-Angebot vor Ort zu stärken, sei die Bestandsentwicklung bestehender Betriebe. 1980 seien noch 70 – 80 % der Kaufkraft für den täglichen Bedarf aus Raesfeld abgeflossen, heute würden 80 % vor Ort gedeckt! Niedrige Steuern und Abgaben sowie die weichen Standortfaktoren wie hohe Wohnqualität, gutes Schulangebot und eine umfassende Versorgung, hätten dazu beigetragen.
Weitere Entwicklungen seien möglich, soweit sie nicht an landesplanerische Grenzen stießen. In Raesfeld habe man jedoch immer nur eine Größenordnung erreichen wollen, die eine gute Bedarfsdeckung ermögliche.
„Stadt ist nicht unser Ziel“, so Bürgermeister Udo Rößing.