so lautete der Titel des aktuellen Themenabends zu dem die CDU Raesfeld am Mittwoch, den 19. September 2007, in den Rittersaal von Schloss Raesfeld eingeladen hatte.
„Sind wir bedroht – unsere Kinder – oder erst die übernächste Generation? Hat sich das Klima wirklich schon so stark verändert? Können wir überhaupt etwas tun, um das Leben unserer Kinder und künftiger Generationen zu sichern und was können wir konkret tun?“ so nur einige der Fragen, die die CDU-Vorsitzende Diana Brömmel zu Beginn des Abends in den Raum stellte.
Von links nach rechts: Heiner Bruns, Leiter des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster, Udo Rößing, Bürgermeister von Raesfeld, Diana Brömmel, Vorsitzende der CDU Raesfeld-Erle, Klaus Witzisk, Firma ABT-Witzisk, RaesfeldUm einige Antworten zu finden hatte die Raesfelder CDU den Leiter des Umweltamtes der Stadt Münster, Heiner Bruns, eingeladen. Er wurde mit seiner Stadt bereits zum zweiten Mal (1997 und 2006) mit dem Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz “ ausgezeichnet. Die DUH, ein gemeinnütziger, bundesweit tätiger Verband, der sich für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzt, hatte unter 78 teilnehmenden Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet, Münster zum Wettbewerbssieger erklärt.
1990, nach einem CDU-Ratsantrag, begann in Münster die Klimaschutzdiskussion. Bis 2005 gelang es der Stadt in Folge, durch eine kontinuierliche Klimaschutzarbeit in allen Bereichen, eine CO2-Reduzierung von 21 % zu erreichen.
Täglich erfahrbar ist in Münster die klimaschonende Verkehrsplanung. Das Gesamtkonzept zur Förderung des Radverkehrs mit Fahrradparkhaus und attraktiven Radverkehrsverbindungen zahlt sich auch in Punkto Lebensqualität aus.
Die größten CO2-Einsparungen erzielt der Bereich der Raumwärme. Das Münsteraner Konzept des Förderprogramms Altbausanierung und die energiegerechte Bauleitplanung tragen hier reiche Früchte. Münster schreibt den Niedrigenergiehaus-Standard sowohl für Wohngebäude als auch für Büro- und Dienstleistungsgebäude vor und begleitet die Ausführung mit einem eigenen Modell der Qualitätssicherung.
Ein neues GuD–Heizkraftwerk liefert Strom und Wärme und spart alleine 190.000 t CO2 bei der Energieerzeugung ein. Im Arrondierungsbereich des Fernwärmenetzes wird zudem der Fernwärme vor dem Erdgas konsequent Vorrang eingeräumt. Auch erneuerbare Energien wie Windkraft-, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen tragen ihren Anteil zu der vorbildlichen Klimabilanz bei, die sich auch im städtischen Haushalt positiv auswirkt. So wurden in den Jahren 2003 - 2006 für Heizenergie und Strom insgesamt 603.776 Euro im Stadtsäckel eingespart.
Ein weiterer Baustein des Erfolges ist die intensive Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel durch kostenlose Energie und Umweltberatung sowie ein Programm zum Energie- und Abfallsparen an Schulen.
„Klimahysterie? NEIN! Stattdessen global denken aber lokal handeln“ so lautete das Fazit von Heiner Bruns zum Titel der CDU-Veranstaltung.
Als weiteren Gast konnte die Gemeindeverbands-Vorsitzende Diana Brömmel an diesem Abend Klaus Witzisk begrüßen. Der Inhaber der Raesfelder Fa. ABT Witzisk referierte zu „Energieeinsparung – Werterhaltung-Klimaschutz“.
Witzisk empfielt eine energiebewusste Neubauplanung oder Altbausanierung unter Nutzung regenerativer Energie wie Solarthermen, Holzpelletheizungen und Wärmepumpen, die, seiner Meinung nach, in ausgereifter Technik zur Verfügung stehen. Der Staat erleichtere die Investitionsentscheidung, zum klimaschonenden und umweltgerechten Bauen zudem durch Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehn. „Durch ein stimmiges Gesamtkonzept lassen sich selbst über 100 Jahre alte Häuser auf den aktuellen Standart bringen“, so Klaus Witzisk. Für den Bauherrn böten sich so viele Vorteile. Neben dem Klimaschutz würde die Werterhaltung der Bausubstanz gesichert und eine deutliche Ausgabenersparnis bei den Betriebskosten erreicht, bei ständig steigenden Energiepreisen ein lohnender Faktor.
Im Anschluss zeigte der Raesfelder Bürgermeister Udo Rössing einige Beispiele auf, wie in den vergangenen Jahren in Raesfeld das Thema Klima- und Umweltschutz berücksichtigt wurde.
Auch in Raesfeld wird bei Aufstellung der Bebauungspläne auf eine günstige Ausrichtung der Häuser zur Sonne geachtet.
Ein Gebäude- und Energiemanager kümmert sich in Raesfeld um die Energieeinsparung bei den gemeindeeigenen Gebäuden und weist diese seit 2002 in jährlichen Energieberichten aus. Neben einem Beitrag zum Klimaschutz und der Reduzierung von Schadstoffen bedeutet die Einsparung von Energie in erster Linie Kosteneinsparung und damit eine nachhaltige Entlastung des Gemeindehaushaltes. Durch Absenken der Straßenbeleuchtung und Gebäudesanierungen sowie Maßnahmen an den technischen Einrichtungen bei anstehenden Erneuerungen wurden in Raesfeld von 2002 bis 2005, trotz neuer gemeindeeigener Gebäude wie die Sporthalle in Erle und die Bücherei mit dem alten Schwesternhaus, Wasser- und Stromverbrauch und Heizenergie abgesenkt, eine CO2-Minderungen von 346 t und eine Gesamteinsparung von 108.000 € erreicht.
Den öffentlichen Personennahverkehr unterstützt die Gemeinde durch Zuschüsse. Das gemeindlich geförderte Anrufsammeltaxi wird besonders in den Abend- und Nachtstunden gern genutzt.
Die CDU-Vorsitzende Diana Brömmel freute sich über die anschließende rege Diskussion und bedankte sich bei den Referenten des Abends für ihre aufschlussreichen Ausführungen mit einem Körbchen leckerer heimischer Spezialitäten